Reisen ohne Koffer ist ein Angebot für Menschen ab 60, die gerne unterwegs sind und neugierig auf Kultur und andere Menschen.
Einmal dem Alltag entfliehen ohne Koffer zu packen oder lange Strecken zurücklegen zu müssen und abends im eigenen Bett zu liegen, erfüllt mit neuen Eindrücken und Erlebnissen. Ob Sie in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten bereits Bekanntes besuchen wollen oder sich zu neuen Zielen auf den Weg machen: Bei unseren Seniorenreisen können Sie vom Alltag abschalten und das Leben genießen.
In der Regel gilt für alle Reisen: Es sind Ganztagesausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das waren die Themen und Orte unserer Ausflüge:
09.07.2026 “Zeppelinmuseum” in Zeppelinheim
29.07.2026 Frankfurt.-.Höchst - Mehr als ein Industriestandort!
14.08.2026 EUMETSAT – Wetterdaten für die Welt „made in Darmstadt“
02.09.2026 Vulkaneum in Schotten
Unweit der S-Bahnstation Zeppelinheim liegt das Zeppelinmuseum neben Kindergarten, Kirche und Bürgerhaus. Gleich fällt die besondere Bauform auf. Es ist einem Zeppelin nachempfunden und entspricht einem Viertel der Luftschiffrundung eines eher kleineren Modells.
Zwar waren wir vor der Zeit da, aber der Museumsleiter hatte schon für uns die Tür geöffnet, so dass wir von der hochsommerlichen Wärme in die Kühle des Gebäudes eintauchen konnten.
Dort ist man sofort überwältigt von der Vielzahl der Exponate, neben originalen Sitzmöbeln und Geschirr sind auch Uniformen der Besatzung, ein Motorblock, die verschiedenen Luftschiffe in verkleinertem Maßstab zu bestaunen. An vielen Bildern wird die damalige Innenausstattung gezeigt und es sind technische Gegenstände sowie Bauteile im Original zu sehen.
Begonnen hat die Führung mit einem Blick auf Zeppelinheim anno 1937.
Die Luftschiffe wurden am Bodensee zwar montiert. Aber ab hier am Frankfurter Flughafen, der ab den 1930er Jahren gebaut wurde, fuhren die Luftschiffe in alle Welt. Für die Crewmitglieder hat man eigens neben dem Flugfeld diese Wohnsiedlung, nämlich Zeppelinheim, errichtet.
Gestartet sind die Luftschiffe von ihren Positionen in der Nähe des heutigen Terminal 3. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs haben die Nationalsozialisten selbst die Luftschiffe und deren Unterstände zerstört, um sie als Rohstoffe für anderes kriegswichtige Material zu nutzen. Daher wurde beim Bau des Terminal 3 u.a. der Motor eines Zeppelins gefunden. Er wird nun im Museum ausgestellt.
Die schiere Größe des Motorblocks ist schon sehr beeindruckend.
Faszinierend ist die Zielstrebigkeit, mit der Graf von Zeppelin seine Idee umsetzte. Er ließ am Bodensee eine Halle für das erste Luftschiff im Bodensee verankern. Diese war lediglich an einer Seite fixiert, so dass die wechselnden Winde das schwimmende Bauwerk hin und her bewegten. So konnte ein erstmals startendes Luftschiff immer mit idealen Startbedingungen rechnen.
Der erste Zeppelin war die LZ1, die im Jahr 1900 aus der Montagehalle heraus in die Luft gelassen wurde. Diese ca. 130 m lange Konstruktion erwies sich noch als recht instabil.
Bis 1914 waren bereits über 20 weitere Modelle entwickelt und gebaut worden. Gerade im Ersten Weltkrieg hat das Militär zahlreiche Luftschiffe eingesetzt. Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts startete man mit einem zivilen Luftverkehrsbetrieb. Mit vielen der Vorgänger der LZ130 „Graf Zeppelin“ fand ein regelmäßiger Reisebetrieb nach Nord- und
Südamerika statt. Die Reise mit den Luftschiffen war mit ca. 4 Tagen deutlich schneller als eine Seereise über den Atlantik. In der Ausstellung wird sehr anschaulich gezeigt, wie komfortabel und mit wieviel Luxus damals die Menschen, die es sich leisten konnten, gereist sind. Erstaunt hat mich auch, dass die Zeppeline lediglich in 300 bis 500 m Höhe mit rd. 70 km/h Geschwindigkeit ihrem Ziel entgegen fuhren.
Das Unglück mit der Hindenburg in Lakehurst bei New York in 1937 beendete die Ära dieser Giganten in den Lüften. Wie die Museumsführerin erklärte, war eigentlich die Befüllung der Hindenburg mit Helium geplant, dieses stand jedoch aus Embargogründen nicht zur Verfügung. Da das Luftschiff mit Wasserstoff befüllt war, konnte es zu dem großen Unglück mit vielen
Toten kommen.
Zum Abschluss unserer Führung durch das Museum sahen wir noch einen Film, in dem die ganze Geschichte der Zeppeline einschließlich des Unglücks in Lakehurst gezeigt wurde. Außerdem war im Untergeschoss auch eine Fotoausstellung der Modefotografin Angelika von Braun, die ihre Modelle bereits in den 30er Jahren vor den Luftschiffen in Szene setzte.
Nach der sehr anschaulichen Führung durch das Museum spazierten wir durch die Zeppelinsiedlung zurück zur Bahnstation. Zwar hat sich die Siedlung durch Neu- und Anbauten deutlich verändert, aber weiterhin ist an einem großen Teil der Wohngebäude die ursprüngliche Bausubstanz gut zu erkennen.
Nach einer gemütlichen Einkehr bei Bier und Würstchen sowie Kaffee und Kuchen ging es zurück nach Groß-Gerau. Ich denke, für
alle, die an diesem Besuch teilgenommen haben, war es ein interessanter und kurzweiliger Ausflug.
Sigrun Schuchmann
Unser Ausflug in den Vogelsberg, Mitteleuropas größtes Vulkangebiet - es liegt mitten in Hessen - begann mit dem Segen unserer
Pfarrerin Frau Haas. Sie bat um starke Füße und fröhliche Stimmung für unsere „Reise ohne Koffer“. Unser Ziel: Schotten, die Stadt am grünen Vulkan. So saßen 44 fröhliche, erwartungsvolle Menschen im Bus und freuten sich auf eine schöne gemeinsame Zeit!
Herr Maier, Experte in Forstwirtschaft mit besten Erfahrungen und Verbindungen zum Vogelsberg-Gebiet, verkürzte die Fahrzeit mit Informationen und Anekdoten über die Landschaft, die am Fenster vorbeizog. Wir erlebten das Kinzigtal mit seiner flachen Hügellandschaft.
Die Kinzig trennt Spessart und Taunus vom Vogelsberg. Durch die Wetterau fuhren wir. Fruchtbare Landschaft, durch die Vulkanerde begünstigt.
Aber, so Rolf Maier: „Die Sprache, das Wetterauer Platt - kaum zu verstehe.“
Vorbei am Keltengrab-Museum in Glauburg, am Städtchen Nidda vorbei und dem Flüsschen, der Nidda, die hier in der Nähe entspringt und bis nach Frankfurt am Main fließt.
Herr Maier sprach als Förster a.D. fachmännisch über das Baumsterben. Wir haben den Borkenkäfer, der besonders geschwächte Bäume befällt, näher kennengelernt. Die bildlichen Ausführungen über ihn wurden mit viel Gelächter aufgenommen!
Unserem Busfahrer kam die Verbindung von Herrn Maier nach Schotten oft zugute, er konnte den einen oder anderen Tipp für die richtige Richtung geben!
So kamen wir nach der kurzweiligen Fahrt gut und sicher in Schotten an. Noch Zeit für einen Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und für einen Blick in die Liebfrauenkirche.
Der Kirchturm dort ist etwas schief und wird wohl erst wieder gerade, wenn eine Jungfrau in Schotten heiratet, so die Ausführung
von Herrn Maier!
Danach Einkehr zum Mittagessen bei ausgiebigen guten Tisch-Gesprächen und einem frohen Beisammensein, das uns allen von
Herzen gut tat und gefiel.
Frisch gestärkt ging es dann los in das Vulkaneum! In zwei Gruppen aufgeteilt wurden wir fachmännisch durch die verschiedenen
Themenräume geführt. Wir haben eine Reise durch die Erdgeschichte gemacht in die Tiefen der Erdgeschichte, die Geotope, und viel Interessantes erfahren! Eine Reise in die feurige Vergangenheit des Vulkanismus im Vogelsberg! Die unterschiedlichen Vulkan-Gesteine sehen und betasten und bestaunen wir. Ein kleines dunkles Gesteins-Stückchen darf sich jeder Besucher mitnehmen. Der vulkanische Basalt-Stein bedeckt eine riesige Fläche, über 2500 Quadratkilometer im Vogelsberg.
Der Schotten-Ring ist für Motorsportbegeisterte ein fester bedeutender Begriff. Auf ihm rasen die Motorradfahrer seit Jahrzehnten mit großer Begeisterung. Grand Prix-Rennen werden noch immer dort ausgetragen, tragische Todesfälle inbegriffen.
Natürlich gibt es auch in Schottland eine Partnerschaftsstadt von unserem hessischen Schotten-Städtchen.
Auch eine Legende über zwei schottische Prinzessinnen in Schotten gibt es. Unsere Museums-Führerin erzählte, dass ihr zukünftiger Ehemann damals als ein „Basaltkopf“ bezeichnet wurde (dickköpfig, stur), der Gegend gemäß.
Unser Bus stand dann bereit, um uns nur kurz durch die schöne Landschaft des Vogelsberg bis zum Hoherodskopf zu fahren, dem 763,8 Meter hohen Hausberg von Schotten. Bei Kaffee und Kuchen gönnten wir uns eine Pause in der urig-gemütlichen Hoherodskopf-Klause. Ein wenig Zeit blieb noch, um auf dem Plateau des Berges den wunderschönen, weiten Blick hinunter über die Wetterau zu genießen.
Voll mit schönen Eindrücken ging es dann durch schöne Landschaften, Felder, Äcker, Streuobstwiesen, Seen wieder nach Hause!
Im Abendsonnenschein erreichten wir wohlbehalten und hoch zufrieden Groß-Gerau.
Es war eine schöne „Reise ohne Koffer“!
Vielen Dank für die gute Organisation! Wir sind bestimmt beim nächsten Mal wieder dabei!
Zwei Teilnehmerinnen